Peter Seewald: Die Entdeckung der Ewigkeit

Peter Seewald hat ein tiefsinniges, überraschend kurzweiliges und geradezu spannendes Buch vorgelegt, das den Leser dazu anregt, die Endlichkeit nicht zu fürchten.

Schon im Vorwort steht „Vielleicht geht es im Leben nicht darum, es zu verlängern, sondern darum, es zu begreifen. (…) Wir reden vom Tod, als sei er ein Problem. Aber vielleicht ist es das Leben, das uns überfordert“. Das ist für mich die Quintessenz. Darum geht es auf den folgenden 229 Seiten.

Das Wesentliche im Leben erkennt der Mensch im Angesicht des Todes. Und in diesem Moment bewegt ihn vor allem, was er versäumt hat. Aber vielleicht geht beim Sterben nicht das innere Licht aus, sondern erst richtig an?

Wer mitten im Leben steht, befasst sich ungern mit dem Tod. Die Anti-Aging Bewegung boomt, die Sehnsucht nach Unsterblichkeit ist unerschütterlich und der Autor fragt sich, wie unsere Welt aussehen würde, wenn die Mittel zur Erforschung lebensverlängernder Präparate lieber in Pflege- und Hospizeinrichtungen gesteckt würden.

Lebensklug und mit Humor begibt sich der Autor auf Spurensuche. Ist Altern und Sterben wirklich ein Mangel? Oder ist das, was äußerlich als Verschleiß daherkommt, vielleicht sogar eine Art Stärkung, für das was kommt? Und was kommt überhaupt – und vielleicht ist das was kommt ja das Beste was noch kommt. Wer weiß das schon.

Fazit: Ein Plädoyer dafür, die Kunst des Lebens aus der Kunst des Sterbens abzuleiten.

Gudrun Pittroff-Glock

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